Riffelalp Resort 2222m
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Das Riffelalptram
Das Riffelalptram 2001

Beim Neu- und Umbau des fünf Sterne Hotels «Riffelalp Resort» dachte man auch an die Wiederbelebung des Trambetriebes. Die Zeit war jedoch nicht spurlos an den beiden Tramwagen vorbei gegangen, so das eine Instandsetzung der Orginaltrams zu aufwendig gewesen wäre. Nur schon die Erstellung der zweiphasigen Fahrleitung wäre mit zahlreichen neuen Auflagen und in der ursprünglichen Form nicht möglich gewesen.

Nach der Erarbeitung verschiedener Varianten entschied man sich für einen Wiederaufbau von zwei Triebwagen für den Personentransport und einen Anhänger für den Güter- und Gepäcktransport. Der Antrieb wird neu ab einer Batterie (80V 400Ah) mit zwei Gleichstrommotoren von je 10 kW realisiert. Beim elektrischen Bremsen wird nach Möglichkeit die Batterie wieder geladen. Zum Anhalten und mechanischen Bremsen wird eine hydraulische Scheibenbremse benützt. Als Parkbremse dient eine hydraulisch zu lösende Federspeicherbremse.

Beim Neubau wurde stark darauf geachtet, die Trams in ihrem Erscheinungsbild original getreu wieder aufzubauen. Die elektrische Ausrüstung wurde dabei von der Firma Stimbo in Zermatt bewerkstelligt, die Holzaufbauten wurden von der Firma Zurbriggen + Kreuzer in Visp erstellt. Die Gornergratbahn (GGB) übernahm die Koordination, die Engineeringarbeiten, die Durchführung des Konzessionsverfahren gegenüber dem BAV (Bundesamt für Verkehr) sowie den Geleisebau.

Nachdem die Geleise bereits seit vielen Jahren ausgebaut waren, musste auch der Geleisebau vollständig neu erstellt werden. Neu gegenüber dem ursprünglichen Tram ist eine attraktive Tramwendeschlaufe auf dem Hotelvorplatz, der Anschluss an die Güterumschlagrampe auf der Station Riffelalp wie auch ein Zufahrtsgeleise zur im Hotel integrierten Depot-Garage für zwei Trams.

Am 12. Juni 2001 wurde die Tramanlage vom BAV abgenommen und hat anschliessend nach 40 Jahren Betriebseinstellung den Betrieb als höchstgelegenes Tram Europas wieder aufgenommen. Hotelgäste können mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10km/h zwischen der Station Riffelalp und dem Hotel Riffelalp stilgerecht und “comme à la belle époque” hin und her fahren. Gepäck und diverse Güter werden bei Bedarf mit dem neu gebauten, modernen Anhänger befördert.

Das Tram lässt bei vielen Eisenbahn- und Tramnostalgikern die Herzen höher schlagen.

Zusammenbau des Trams

Technische Daten 2001

  • Betriebseröffnung am 15. Juni 2001
  • Baulänge 675.31 m
  • Betriebslänge 675.31 m
  • neue Wendeschleife 190.36 m
  • 2 Stationen
  • 2 Weichen
  • Schienengewicht 26 kg/m1
  • Art der Schienen: Vignole
  • Stahlschwellen à ca. 40 kg
  • Spurweite 0.80 m
  • Depot-Garage für 2 Tram mit Batteriestation
  • Batteriebetrieb 80 Volt 320 Ah
  • Maximale Geschwindigkeit 10 km/h

Fahrzeuge:
2 identische Tramwagen, die zu Doppeltraktion zusammengehängt werden können.
1 Güter-/Gepäckwagen für diverse Transporte.
Tramwagen:
möglichst original getreu aufgebaut mit 12 Sitz- und 10 Stehplätzen sowie 2 Plattformen für den Tramfahrer und Stehpassagiere, leer 3.3 Tonnen schwer, Länge über Puffer 5.3 m, Breite 1.5 m
Fahrwerk:
in Stahl mit 2 Achsantrieben und mittig angeordneten Batteriekasten sowie 2 kräftigen Tramkupplungen Typ Tram Bern, 2 Gleichstrommotoren à 10 kW treiben über Kardanwelle die Differential-Achsgetriebe an Fahrzeugsteuerung: Original getreu mit 2 Handkurbeln für "Fahren" und "Bremsen" und einem ausschwenkbaren (cachierten) Steuerkasten; moderne Fahr- und Bremstechnik (Mosfet Elektronik)
Einrichtung für Vielfachsteuerung (Steuerung von 2 Trams ab einem Führerstand)
Bremsen:
Elektrobremse mit Energierückgewinnung, 4 hydraulische Bremsscheiben als Betriebsbremse, 1 Federspeicherbremse als Hand- und Notbremse
Wagenkasten:
in Holzkonstruktion Eiche/Esche mit gestemmten Aussenverkleidungen, Farbe rot mit Goldfilets wie original, grüne Segeltuchvorhänge. Ausrüstungsmerkmale: Differentialsperre, welche bei Anfahrschwierigkeit zugeschaltet werden kann, Sanderanlage, Schiebebesen für Reinigung der Schienen, je 2 cachierte Frontlichter und Original Kutschenlampen, Bimmelglocke etc.
Güter-/Gepäckwagen:
für 2.5 Tonnen Ladegewicht mit hydraulisch verstellbarer Ladebrücke zwischen 0.5 und 1 m über SOK, Ladebrücke 4 x 1.5 m, Länge über Puffer 5.82 m

Gesamtkonzept und Bauleitung:
GGB Gornergrat Monte-Rosa Bahnen, Zermatt
Fahrwerke und Elektroausrüstung:
Firma STIMBO, Elektrofahrzeugbauer, Zermatt
Holzkonstruktion der Tramkasten:
Schreinerei Zurbriggen+Kreuzer, Visp
Das Riffelalptram 1899

Die Lage des Hotels auf der Riffelalp (erbaut 1884) konnte beim Bau der Gornergratbahn aus gleisbautechnischen Gründen nicht wie erwünscht berücksichtigt werden; es wurde zwar eine Station Riffelalp eingerichtet, diese befand sich aber einige hundert Meter vom Hotel Riffelalp entfernt. Der Hotelpionier Dr. Alexander Seiler reichte beim Bundesrat (eidgenössisches Post- und Eisenbahndepartement) ein Konzessionsgesuch für eine Trambahn ein. Diesem Begehren wurde entsprochen und die Burgergemeinde verkaufte Herrn Seiler den Boden für den Bau des Riffelalptrams.

Ein Jahr nach dem Bau der Gornergratbahn fand am 13. Juli 1899 die feierliche Eröffnung der wohl kürzesten und höchsten Trambahn Europas (vielleicht auch der Welt) statt. Die Strecke vom Bahnhof Riffelalp (2209 M.ü.M.) bis zum Hotel Riffelalp (2222 M.ü.M.) betrug lediglich 480 m. Als Spurweite der Geleise wurden 800 mm gewählt. Für den Bau der Bahn wurde ein Kostenvoranschlag von CHF 53'000 aufgestellt.

Das Rollmaterial bestand aus einem Personentriebwagen, einem Gütertriebwagen und einem Rollwagen als Anhänger. Die Triebwagen wurden durch je einen Drehstrommotor angetrieben, der mit 550 V 40 Hz aus dem Netz der GGB gespeist wurde. Ursprünglich waren die Fahrzeuge wahrscheinlich grün gestrichen.

1919 wurden die Treibwagen komplett revidiert und erhielten einen roten Anstrich. Zusätzliche Holzverkleidungen wurden bei einer weiteren Revision 1922 angebracht, um die Sicherheit der Passagiere zu erhöhen.

Das Tram verkehrte im Sommer 1960 zum letzten Mal, da eine Feuersbrunst das Hotel in der Nacht vom 14/15. Februar 1961 vollständig zerstörte. Die beiden Triebwagen wurden nach einem “Dornröschendasein” in einem Schuppen nun seit vielen Jahren im Garten des Seilerhauses aufgestellt.

Technische Daten 1899

  • Betriebseröffnung am 13. Juli 1899
  • Betriebseinstellung in den Kriegsjahren sowie 1961
  • Baulänge 480 m
  • Betriebslänge 468 m
  • 2 Stationen
  • 2 Weichen
  • Schienengewicht 9.2 kg/m1
  • Art der Schienen: Vignole
  • Eisenschwellen à 5.5 kg
  • Spurweite 0.80 m
  • Drehstrom 550 V / 40 Hz
  • 3 Minuten Fahrzeit
  • 8 km/h Fahrgeschwindigkeit
  • Fahrpreis 1946: CHF 1.00 pro Person
  • ca. 1000 - 2000 beförderte Personen
  • 2 Motorwagen / 1 Rollwagen
    • Länge 4.76 m
    • Breite 1.70 m
    • Gewicht 2.3 t
    • Erbauer Eisenwerke Bern
    • Baujahr 1899

Riffelalp Resort 2222m * 3920 Zermatt - Schweiz * Telefon: +41 27 966 05 55 * Telefax: +41 27 966 05 50 * reservation@riffelalp.com * Reservationsanfragewww.riffelalp.com
Last modified: May 06, 2009