Wer Zeit hat, will Spass daran haben

Wer Zeit hat, will Spass daran haben


Die Lage des Hotels auf der Riffelalp (erbaut 1884) konnte beim Bau der Gornergratbahn aus gleisbautechnischen Gründen nicht wie erwünscht berücksichtigt werden; es wurde zwar eine Station Riffelalp eingerichtet, diese befand sich aber einige hundert Meter vom Hotel Riffelalp entfernt. Der Hotelpionier Dr. Alexander Seiler reichte beim Bundesrat (eidgenössisches Post- und Eisenbahndepartement) ein Konzessionsgesuch für eine Trambahn ein. Diesem Begehren wurde entsprochen und die Burgergemeinde verkaufte Herrn Seiler den Boden für den Bau des Riffelalptrams.

Ein Jahr nach dem Bau der Gornergratbahn fand am 13. Juli 1899 die feierliche Eröffnung der wohl kürzesten und höchsten Trambahn Europas (vielleicht auch der Welt) statt. Die Strecke vom Bahnhof Riffelalp (2209 M.ü.M.) bis zum Hotel Riffelalp (2222 M.ü.M.) betrug lediglich 480 m. Als Spurweite der Geleise wurden 800 mm gewählt. Für den Bau der Bahn wurde ein Kostenvoranschlag von CHF 53'000 aufgestellt.

Das Rollmaterial bestand aus einem Personentriebwagen, einem Gütertriebwagen und einem Rollwagen als Anhänger. Die Triebwagen wurden durch je einen Drehstrommotor angetrieben, der mit 550 V 40 Hz aus dem Netz der GGB gespeist wurde. Ursprünglich waren die Fahrzeuge wahrscheinlich grün gestrichen.
1919 wurden die Treibwagen komplett revidiert und erhielten einen roten Anstrich. Zusätzliche Holzverkleidungen wurden bei einer weiteren Revision 1922 angebracht, um die Sicherheit der Passagiere zu erhöhen.
Das Tram verkehrte im Sommer 1960 zum letzten Mal, da eine Feuersbrunst das Hotel in der Nacht vom 14/15. Februar 1961 vollständig zerstörte. Die beiden Triebwagen wurden nach einem “Dornröschendasein” in einem Schuppen nun seit vielen Jahren im Garten des Seilerhauses aufgestellt.